„Battle of Egadi“ / „Schlacht von Egadi“

Stefan Franck hat Derk Remmers (GUE) gewinnen können, einen Vortrag zu halten.

Am Freitag 23.03.2018 fanden sich rund 30 Zuhörer kurz nach 19 Uhr in unserem Clubraum ein.

Die italienische Archäologiebehörde Soprintendenza del Mare hat nach einigen Voruntersuchungen an der Westspitze von Sizilien mit Sonar und Unterwasserkameras (ROV), die GUE Taucher um Unterstützung gebeten und mit der Aufgabe betraut, Artefakte vom unterseeischen Schlachtfeld der „Schlacht von Egadi“ aus dem ersten punischen Krieg 241v.Chr. zu vermessen, zu dokumentieren und einzelne Objekte zu bergen.
Diese Artefakte liegen im Meer vor Sizilien in ungefähr 80 Metern Tiefe. Das Abenteuer beginnt…

In seinem äußerst interessanten Vortrag ging Derk erst auf die geschichtlichen Hintergründe ein, wobei er intensiv von zwei jungen „ römischen Experten“ (Jakob, 11 Jahre und sein Freund) unterstützt wurde, die mit einigem Hintergrundwissen über die Römer und ihren damals verwendetem Kriegsmaterial auftrumpfen konnten.

Da sich das Tauchgebiet an der Westspitze Sizilien befindet, war es eine große logistische Herausforderung alle Tauchmaterialien vor Ort zu bringen. Dies gelang nur mit Hilfe zahlreicher Sponsoren. Als Hauptquartier diente eine ehemalige Thunfischfabrik, die jetzt ein Museum beherbergt und mit einem eigen kleinen Hafen einen optimalen Ausgangspunkt darstellte.

Im April und Oktober 2017 wurden zahlreiche Tauchgänge unternommen, die zur Entdeckung und Bergung zweier weiterer „Rammen“ führte. Die erste Ramme wurde schon bei den Voruntersuchungen entdeckt. Sonar und ROV konnten aber die anderen Rammen nicht von der Umgebung unterscheiden. Dafür waren Taucher nötig. Die durchschnittliche Tauchtiefe betrug ca. 80m und somit kamen Kreislaufgeräte (RB80 und JJ-CCR) zum Einsatz, um die Tauchgänge mit 35 bis 40 Minuten Grundzeit und einer Gesamttauchzeit von ca. 210 Minuten mit möglichst wenig zusätzlichen Flaschen (Stages und Sauerstoffflaschen) zu meistern. Die Bergung der Artefakte (neben den Rammen auch zahlreiche Amphoren, Wasserflaschen, Bronzehelme und Broschen) erfolgte mittels Hebesäcken über Etappen.

Besonders beindruckend waren die gezeigten 3D Animationen der gefundenen Rammen und eines sog. „Löwen Helmes“, die mit einer speziellen Software von den tausenden unter Wasser gemachten Fotos erstellt worden sind. Dadurch ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten für die Archäologen, die Objekte zu betrachten und zu vermessen.

Der Vortrag kam beim Publikum sehr gut an und ging nach einer abschließenden Fragerunde gegen 21Uhr in den „gemütlichen“ Teil über.

Derk Remmers ist GUE Tauchlehrer und bildet im Technischen Tauchen und Tauchen mit Kreislaufgeräten aus. Er hat schon an sehr vielen Wrack-Expeditionen teilgenommen. Hier noch sein Profil von der GUE Website: https://www.gue.com/gue-instructor-résumé&id=2366

 


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